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Reinigung von Transportbändern
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Die richtige Reinigung von Transportbändern unterstützt hygienische Prozesse in der Lebensmittelindustrie und hilft, Verschmutzungen, Produktrückstände und Reinigungsmittelrückstände zuverlässig zu entfernen.
In Lebensmittelprozessen können sich je nach Produkt und Prozessschritt Produktrückstände, Fette, Zucker, Eiweiß, Stärke, Salze oder Reinigungsmittelrückstände auf Band und Anlage ablagern.
Eine regelmäßige und anwendungsgerechte Reinigung hilft, hygienische Anforderungen einzuhalten und die Qualität der hergestellten Lebensmittel zu sichern. Die konkrete Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Lebensmittel, vom Bandtyp, von der Oberflächenstruktur, vom Verschmutzungsgrad und von der Produktionsumgebung ab.
Eine allgemeingültige Standardmethode für alle Anwendungen gibt es nicht. Entscheidend ist ein abgestimmtes Reinigungskonzept, das Reinigungsverfahren, Reinigungsmittel, Temperatur, Einwirkzeit, Materialbeständigkeit und qualitätssichernde Vorgaben wie HACCP, IFS oder BRC gemeinsam betrachtet.
In der Praxis kommen drei technische Grundprinzipien zum Einsatz:
Abstreifen, Bürsten sowie Sprühen oder Spülen. Abstreifer entfernen Rückstände durch direkten Kontakt mit der Bandoberfläche. Bürsten lösen anhaftende Partikel durch mechanische Reibung.
Sprüh- und Spülsysteme tragen Wasser, Reinigungsmischungen oder Schaum gezielt auf und entfernen gelöste Rückstände wieder vom Band. Die Verfahren lassen sich je nach Anwendung kombinieren.
Die Auswahl richtet sich nach Bandoberfläche, Produktresten, gewünschtem Reinigungsergebnis, Automatisierungsgrad und verfügbarem Zeitfenster zwischen zwei Produktionen.
Manuelle Reinigung ist oft zeit- und personalintensiv. Deshalb sind stationäre halbautomatische oder automatische Systeme sowie mobile Reinigungsanlagen in vielen Lebensmittelbetrieben relevant
Abstreifer eignen sich besonders für glatte Tragseiten ohne Profile und Wellkanten. Sie entfernen pastöse Fördergüter wie Teig sowie stark haftende und hochviskose Rückstände durch Öle oder Zucker effizient bis auf dünne Restschichten.
Im automatisierten Betrieb werden Bandabstreifer häufig im Untertrum montiert. Sie sind je nach Anwendung fest oder federbelastet eingespannt und bestehen zum Beispiel aus Polyamid, Polyester oder Polyurethan.
Flexible Abstreiflippen können kleine Unregelmäßigkeiten an der Bandoberfläche ausgleichen und dadurch die Reinigungswirkung verbessern. In Sonderfällen kommen spezielle Ausführungen zum Einsatz, etwa beheizte Metallabstreifer zur Entfernung von Schokoladenresten.
Bürsten eignen sich, wenn Rückstände durch einen Abstreifer allein nicht ausreichend gelöst werden oder wenn die Bandoberfläche leicht strukturiert ist. Sie kommen manuell oder automatisch zum Einsatz und lassen sich mit Wasser oder Reinigungsmitteln kombinieren.
Manuelle Bürsten sind besonders sinnvoll, wenn Querprofile oder andere Geometrien den Einsatz automatischer Rundbürsten erschweren. Automatische Rundbürsten werden häufig im Untertrum montiert.
Für ein gutes Reinigungsergebnis drehen sie gegen die Laufrichtung des Bandes. Bürstenkörper und Borstenmaterial werden an die jeweilige Reinigungsaufgabe angepasst. In hygienekritischen Lebensmittelbereichen ist dabei auf lebensmitteltaugliche, reinigungsfähige und beständige Materialien zu achten.
Sprühen und Spülen sind zentrale Verfahren für viele Bandtypen. Beim Sprühen werden Wasser, Reinigungsmischungen oder Schaumrezepturen über Düsen gezielt auf das Band aufgebracht. Druck, Temperatur, Zusammensetzung und Einwirkzeit beeinflussen die Reinigungsleistung.
Beim Spülen geht es darum, Produktionsrückstände, gelöste Verschmutzungen und Reinigungsmittelrückstände mit geeignetem Wasser und geringem Druck von der Oberfläche zu entfernen. Sprühen und Spülen eignen sich für glatte, strukturierte und nicht ebene Oberflächen sowie für Kunststoff-Modulbänder. Das Ergebnis hängt stark von der Qualität der Vorreinigung, der Verschmutzungsart, der eingesetzten Düse, dem Sprühwinkel und der vollständigen Entfernung der Rückstände ab.
Bei Kunststoff-Modulbändern liegen kritische Reinigungsbereiche häufig in den Ösen, Scharnieren und auf der Laufseite. Für diese Bereiche ist die Position der Reinigungsdüsen entscheidend. Die Düsen werden idealerweise im Bereich der Umlenktrommeln so ausgerichtet, dass die Scharnierbereiche gut durchströmt werden.
Der erforderliche vertikale Öffnungswinkel hängt von Zahnradgröße und Modulbandtyp ab. Deshalb sind einstellbare Düsen oder passend gewählte Öffnungswinkel wichtig.
Für die Laufseite unterstützt ein Sprühstrahl quer zur Laufrichtung das Ausspülen von Verunreinigungen entlang der Modulrippen. Schnellspanneinrichtungen und Hebevorrichtungen erleichtern zusätzlich den Zugang zur Laufseite und verbessern die Reinigungsfähigkeit der Anlage.
Die Wahl des Reinigungsmittels richtet sich nach Art der Rückstände und nach der chemischen Beständigkeit von Band und Anlage. Organische Rückstände wie Fette, Zucker, Eiweiß und Stärke lassen sich in der Regel mit alkalischen Reinigungsmitteln entfernen.
Anorganische Rückstände wie Salze, Rost, Kalk, Wein- oder Kesselstein erfordern häufig saure Reinigungsmittel. Zusätzlich spielen Wasserqualität, Reinigungsmethode, Temperatur, Einwirkzeit und Kosten eine Rolle. Rückstände können sich durch Wärmezufuhr verändern und dann deutlich schwerer zu entfernen sein. Zucker kann karamellisieren,
Fette und Öle können polymerisieren und Eiweiß kann denaturieren. Deshalb ist eine frühzeitige Vorreinigung wichtig, bevor Rückstände eintrocknen oder sich durch Temperatur verändern.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel erzielen nur dann eine zuverlässige Wirkung, wenn Konzentration und Einwirkzeit zur Anwendung passen. Gleichzeitig können zu hohe Konzentrationen, zu lange Einwirkzeiten oder ungeeignete Mittel die Haltbarkeit eines Transportbandes reduzieren. Banddeckschichten können porös werden, verspröden oder brechen.
Deshalb müssen die Herstellerangaben des Reinigungs- oder Desinfektionsmittels eingehalten und mit der chemischen Beständigkeit des eingesetzten Bandmaterials abgeglichen werden.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel dürfen nicht miteinander gemischt werden. Für die Praxis heißt das: Reinigungsleistung und Materialschutz gehören zusammen. Eine aggressive Reinigung bringt keinen Vorteil, wenn sie Bandoberfläche, Verbindung oder Anlagenkomponenten schädigt.
Ein typischer Reinigungsprozess beginnt mit der Entfernung grober Lebensmittelrückstände, zum Beispiel mit Abstreifer, Besen oder geeigneten Hilfsmitteln.
Diese Vorreinigung verkürzt die Reinigungszeit und verhindert, dass Rückstände eintrocknen. Danach folgt ein erstes Spülen mit kaltem oder warmem Wasser bis maximal 40 °C und geringem Wasserdruck.
Diese Temperaturgrenze ist wichtig, da Eiweiß bei höheren Temperaturen koagulieren und stärker an Band oder Anlage haften kann. Anschließend folgt die Hauptreinigung, zum Beispiel durch Einschäumen, Einwirken, gegebenenfalls manuelles Bürsten und Abspülen. Nach alkalischen oder sauren Reinigungsmitteln folgt ein weiterer Spülgang mit Wasser in Trinkwasserqualität, bis Reinigungsrückstände vollständig entfernt sind.
In hygienesensiblen Bereichen schließt sich eine Desinfektion an. Vor Produktionsstart müssen chemische Desinfektionsmittel vollständig entfernt sein.
Hygienic Design bezeichnet das hygienegerechte Design von Maschinen und Anlagen mit dem Ziel, Kontaminationsrisiken zu minimieren und die Lebensmittelsicherheit zu unterstützen. Für Transportbandanlagen bedeutet das unter anderem: gute Zugänglichkeit, reduzierte Toträume, geeignete Bandführung, reinigungsfähige Oberflächen, passende Werkstoffe und durchdachte Reinigungspositionen.
Ein gutes Hygienic Design reduziert Reinigungszeit, Wasserverbrauch und Kosten deutlich. Anlagen mit Clean-in-Place-Systemen können Reinigungslösungen gezielt in der Produktionsanlage zirkulieren lassen.
Bei Kunststoff-Modulbändern und elastischen Bandtypen erleichtern Schnellspanneinrichtungen und Hebevorrichtungen den Zugang zur Laufseite. Die Reinigung wird dadurch reproduzierbarer, sicherer und effizienter.
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